20. April
#111

Mit der Aufzeichnung der Vergangenheit kann man die Lebensqualität erheblich verbessern.

Mihály Csíkzentmihályi

Würde das der Tagebuchschreiber Henri-Fréderic Amiel aus Genf wohl auch sagen?

Er hinterliess 1881 bei seinem Tod 17‘000 Seiten Tagebuch! Er beschrieb in seinen Tagebüchern so ziemlich alles, was ihm im Leben begegnete und das während 30 Jahren.

Ich stimme dem Satz ohne Wenn und Aber zu.

Für mich ist es ein inneres Ordnen, Glätten, zur Ruhe kommen. Es ist geschenkte Zeit mit mir selbst. Ich schreibe ja nicht nur Tagebuch, es ist mehr ein Werkbuch, und ich habe diverse Bücher in Arbeit wie das Heft mit den Sätzen über p und non p und das Heft über Erinnerungssätze.

Das Neuste im Entstehen begriffene Werk nenne ich Echolot, in Anlehnung an Kempowski. Sein Echolot umfasste Tagebücher, Briefe, Alltagszeugnisse, Fotos, welche er zu Collagen gestaltete. Gesammelt von ihm und Zeitgenoss:innen, ein mehrbändiges Werk, eine Art kollektives Tagebuch.

Ich mache vielleicht Filme aus Meinem! Bisher bin ich vor allem den roten Linien meines Lebens auf der Spur und halte sie fest. Später kommen dann alle meine Bücher, Hefte, Filme, Zeichnungen, usw. hinzu!

Siehe Nr. 109, 169, 287.

TAGEBUCH FÜHREN hilft lernen, hilft erinnern, ist Psychohygiene, ist ein Reflexionsvorgang anstelle von Psychotherapie.

18.10.2024

Text hören