18. April
#109

Der Magen des Wals ist ein Reflexionsort. Nicht ein Gefängnis.

George Orwell

Das sitzt! Wie treffend!

Das innere des Wals ist für George Orwell eine Metapher für die Freiheit der Kunst, sich von der Aussenwelt nicht beeinträchtigen zu lassen. Er beschreibt das Innere als eine komfortable, geschützte Sphäre, ein gut isolierter Schutzraum für Jona – für Kunstschaffende.

Ian McEwan überlegt sich mehr als 80 Jahre später, ob es diesen Rückzugsort noch gibt, noch braucht. Siehe Nr. 82.

«Gibt es überhaupt noch einen Ort, an den sich die Fantasie zurückziehen kann, um ihre eigenen Bedingungen zu diktieren und neue Formen des Schönen hervorzubringen? Ich denke, Orwells Antwort würde damals (1940) wie heute (2023) JA lauten – ja, es ist lebenswichtig, dass es diesen Ort gibt.»     

Ian McEwan

Ich weiss nicht mehr, ob es für Jona ein Gefängnis oder Rückzugsort war – ich brauche den Rückzugsort dringend, um ins Werken einzutauchen.

Siehe Nr. 111, 287.

18.10.2024

Der Mensch im Bauch des Wals

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