11. März
#71

Schuld ist eine Beziehungsform. gut - böse

Für mich eine interessante Feststellung. Passt zu Nr. 68, Schuld ist auch ein Konstrukt oder eben eine Beziehungsform.

Ich habe auch schon Menschen getroffen, bei denen Schuld eine Lebensform war:

Sie fühlten sich immer schuldig: dem Partner, den eigenen Kindern, dem sozialen Umfeld oder den Arbeitgeber:innen gegenüber. Wohl auch sich selbst gegenüber.

Ein strenges Leben, wenn man sich selbst immer ungenügend findet, respektive schuldig fühlt.

Auch als Beziehungsform stelle ich es mir streng vor: Ist dann immer dieselbe Person schuld? Oder wechselt das auch manchmal?

Vielleicht hat das auch mit dem sozialen Konto gemäss Olaf Geramanis zu tun:

Wir fühlen uns am besten, wenn das soziale Konto ausgeglichen ist. Wenn Geben und Nehmen eine Balance hat.

Was Schuld überhaupt ist, finde ich auch schwierig – nach Peter Drucker laden wir ja sehr viel Schuld auf uns durch kleinste, nicht getane Hilfeleistungen.

Siehe Nr. 52, 53, 71.

Aber eigentlich finde ich ‘Schuld’ kein hilfreiches Konstrukt.

8.9.2024