Ohnmacht – wenn ich nichts beeinflussen kann.
Menschen in Konzentrationslagern wie Viktor Frankl und Menschen mit langen Haftstrafen schafften es, auch in diesen Situationen minimal Handelnde zu bleiben:
Viktor Frankl entwickelte seine Therapieform Logotherapie und Existenzanalyse, siehe Nr. 217. Andere spielten im Gefängnis sämtliche ihnen bekannte Schachpartien immer wieder durch und hielten sich so geistig fit und handelnd.
Ist Ohnmacht auch ein Konstrukt? Eine gewagte These, wenn man gefoltert, gedemütigt, misshandelt wird.
Im Arbeitskontext versuche ich es im soziokratischen Konstrukt, Menschen zu Handelnden werden zu lassen (Erik Nagel, Nr. 9). Wenn sich Menschen ohnmächtig fühlen, gibt es eine toxische Unternehmenskultur.
Ich glaube, es ist eine Mischung: Strukturen zur Verfügung stellen und gleichzeitig die innere Überzeugung eines Menschen, handelnd sein zu wollen.
Denn für einige gilt:
Leiden ist leichter als Handeln.
Reinhard K. Sprenger, siehe Nr. 175.
Da ist es auch mit soziokratischen Strukturen schwierig, sie zum Handeln anzustupsen! Siehe auch Nr. 9, 174, 175, 192.
Martha Nussbaum, Königreich der Angst: Ein gutes Leben führen trotz kontingenter Schicksalsschläge.
«Angst ist eine Empfindung der Ohn(e)macht.»
Jeannette Fischer, Angst – vor ihr müssen wir uns fürchten.
22.12.2024