Gerechtigkeit ist subjektiv.
Subjektiv und vor allem plural.
Es gibt verschiedene Perspektiven von Gerechtigkeit: Verteilungsgerechtigkeit, Rechtfertigungsgerechtigkeit, Verfahrensgerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, personale Gerechtigkeit.
Je nachdem, welche Perspektive ich einnehme, habe ich (m)eine subjektive Einschätzung von Gerechtigkeit.
Um eine Objektivierung einzuführen, gibt es die Gedankenexperimente, wie das von John Rawls, Schleier des Nichtwissens oder von Peter Singer, Kind im Teich. Insbesondere Schleier des Nichtwissens versucht, dass wir objektiver werden: Wenn wir nicht wissen, als wer wir geboren werden (reich, arm, Frau, Mann, Land, etc.), welche Gesellschaftsordnung würden wir bilden?
Aber es blieb bei seiner Vision, umgesetzt haben wir davon nur einen kleinen Teil, z.B. die Menschenrechte erarbeitet, aber hier bröckelt die Zustimmung zurzeit enorm.
Bei der aktuellen gemeinsamen Entwicklung eines neuen, fairen Lohnsystems auf der Fachstelle Kinderbetreuung Luzern kommt mir dies oft in den Sinn. Es wird kein System geben, das alle als gerecht empfinden.
Ich denke oft als Hilfe in den zwei Kategorien:
- Allen dasselbe (wie Wasser, Würde, Menschenrechte, etc.)
- Jedem/Jeder das, was er/sie braucht (wie Unterstützung für Beeinträchtigte, etc.)
22.12.2024