Was ist der Sinn von Ungleichheit? Wieviel Ungleichheit wollen wir uns leisten?
Verschiedene Dinge kommen mir zum Sinn von Ungleichheit in den Sinn:
Pluralität und Vielfalt von Lebensformen, Charaktereigenschaften, Interessen, Philosophien sind eine Bereicherung.
Jedoch, wenn die Grundbedürfnisse, die Menschenrechte, ungleich sind, dann ist der Sinn die Durchsetzung von Macht von einigen wenigen über viele andere. So wie die Populisten nach Jan-Werner Müller für sich einen Alleinvertretungsanspruch haben und als ‚Einzige‘ das ‚wahre‘ Interesse des Volkes kennen.
Ungleichheit kann uns im besten Fall solidarischer und empathischer machen: Manchmal bezieht man, manchmal gibt man, denn Solidarität ist immer wechselseitig.
Deshalb funktioniert Grundeinkommen nicht, kein Geben und Nehmen, für viele Menschen war dies der Ablehnungsgrund bei der Abstimmung.
Das Angewiesen-sein aufeinander führt nach Durkheim zu einer subjektiven Bindungskraft, zu Gemeinschaftlichkeit und Verbindlichkeit:
Die Anderen sind anders als ich (organische Solidarität)
Die Anderen sind gleich wie ich (mechanische Solidarität)
Um autonom, aus eigenen Gründen handeln zu können, braucht es in diesem Sinne Ungleichheit.
«Gewinner und Verlierer haben im grossen choreografierten Tanz des Lebens gleiche Chancen auf IKIGAI – letztlich gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden. Es geht nur darum, menschlich zu sein.»
Ken Mogi
22.12.2024