Glück lässt sich schlecht erzählen. Scheitern ist viel interessanter.
Stamm meint weiter, Scheitern sei viel interessanter als Siegen. Siegen sei einfach – im Scheitern muss man sich bewegen. Unglück ist oder bringt Bewegung.
Ich finde: Mein Glück kann ich gut erzählen, meine Erfahrung ist eher, dass von Glück erzählen, vor allem vom eigenen Glück erzählen, Distanzierungen in Beziehungen auslösen kann. Ja, bis zum Ende von Beziehungen ohne ersichtlichen Grund.
Im Gegensatz dazu schafft das Erzählen von Scheitern Verbündete, es gibt Solidarität, ‘wir sind alle im gleichen Boot’ (siehe Nr. 174, Hass sichert Gemeinschaft).
Ich erzähle deshalb nicht so gern von meinen zufriedenen, glücklichen Stunden. Es kann Neid, negative Selbstwertgefühle bei anderen auslösen.
Ich vermute, dass eine Freundschaft auch schon daran zerbrochen ist.
Haben wir nicht gerne, wenn es dem Menschen gegenüber gut geht im Leben?
Siehe Nr. 102, 152, 153, 161, 286.
6.11.2024