Ghosting ist zur Alltagsroutine geworden.
Ich habe erstmals im Buch von Eva Illouz, siehe Nr. 88, von diesem Phänomen gehört.
Ghosting ist der plötzliche, vollständige Kontaktabbruch in einer sozialen Beziehung durch eine Seite, und zwar ohne Vorankündigung oder Erklärung dafür und ohne jede Möglichkeit, wieder in Kontakt zu treten. Das Gegenüber wird zum entschwindenden Geist. Und dies mitten aus dem Leben, ohne vorgängige Konflikte und Differenzen. Meist findet die Person, welche das Ghosting macht, einfach eine neue Tinder-Gelegenheit. Denn der Tinder-Strom mit seinen Optionen für neue Beziehungen fliesst endlos.
Vor etwa einem Jahr habe ich mal mit einer jungen Frau in ihren 20ern über Ghosting gesprochen und mich hat das erschreckt: Sowohl sie wie auch ihr Umfeld, fast alle haben dies schon erlebt. Nicht immer, aber doch oft ist Tinder im Spiel beim Beginn der Beziehung – oder wie man dies nennen soll. Diese Beziehungen wirken wurzellos, nur aus und für den Moment, ohne sich zu binden, ohne sich wirklich einzulassen.
Erlebt man dann wirklich Glück? Liebe? Zufriedenheit? Mir scheint, die Menschen in diesem Modus sind auch ‚ewig Suchende‘ (vielleicht nicht eternal guests wie bei Nr. 120).
Say no to Tinder – it doesn’t make you happy! Mein Tipp!
20.10.2024