Ein Mensch kann das ungelebte Leben eines anderen sein.
Mich erinnert dies an die Geschichte von Marie-Madeleine Peyronnet. Sie traf 1959 als 29jährige an einem Bahnhof Alexandra David-Néel, damals 91 Jahre alt. Alexandra verpflichtete sie als Haushälterin. Sie lebten noch 10 Jahre in Digne-les-Bains.
Marie-Madeleine ist inzwischen im 2023 gestorben. Wir lernten sie vor ein paar Jahren noch im Museum von David-Néel kennen. Marie-Madeleine hat ihr ICH, ihr eigenes Leben, ihre Wünsche, etc. ganz aufgegeben. Sie sprach mit den Worten von Alexandra, führte das Museum und das Andenken an Alexandra bis zu ihrem Tod.
Mich hat dies beschäftigt – wäre so gar nicht Meins!
Marie-Madeleine zu erleben, wie sie seit dem Tod von Alexandra im 1969 voll in deren Geiste lebt – und zufrieden und glücklich dabei war, über 50 Jahre lang!
Sie hat nicht das ungelebte Leben gelebt – Alexandra war eine absolute Lebe-Frau – sondern sie hat „Alexandra“ gelebt. Mich hat dies tief beeindruckt!
19.10.2024