Sind Frugalisten die glücklicheren Menschen? Happy?
Ich glaube nicht! Ich habe mal in einem Podcast einem Frugalisten zugehört. Sie streben danach, mit 40 Jahren oder früher Millionäre zu sein und nicht mehr arbeiten zu müssen.
Aber das Leben vorher ist extrem karg, in allen Belangen: sozial, materiell, sinnmässig, Partnerschaft, Familie, etc.
Mir schien, bis zum Erreichen des Ziels opfert man so ziemlich alles.
Und wenn man dann das Geld hat, was macht man dann mit dem Leben? Familie gründen ist zu spät, Zeit hat man ohne Ende, aber Freund:innen? Es ist ein sehr materiell ausgerichtetes Denken, auch Krankheit oder empathisches Handeln gegenüber anderen Menschen hat da kaum Platz.
Also ich möchte keine Frugalistin sein!
Es ist angenehm, genügend Geld für den Alltag zu haben, mehr braucht es nicht – sagt auch der Glücksforscher Sigmar Willi. Ab einer -aus meiner schweizerischen Sicht relativ tiefen Schwelle- machen die weiteren Tausender uns nicht glücklicher.
Dr. Amelie Mahlstedt, freischaffende Autorin aus Leipzig, hat mein Buch lektoriert. Sie meinte im Kommentar: „60‘000.- Euro, so tief auch nicht, finde ich.“
Ja, nach meinem Aufenthalt in Leipzig kann ich mir dies gut vorstellen. Ich weiss nicht mehr, ob Sigmar Willi die Zahl auf die Schweiz bezogen hat.
Siehe auch Nr. 45, 129, 155, 161, 353.
9.9.2024