Wir schleppen viele Illusionen durchs Leben!
Mir hilft das konstruktivistische Denken diesbezüglich sehr:
Illusionen ziehen eine spätere Enttäuschung nach sich, wenn sie sich dann eben als Illusionen erweisen.
Das Denken in Konstrukten und Narrativen mit dem Wissen ‘es könnte immer auch anders sein’ ist offener, veränderungsbereiter. Es sind eher Überraschungen, die eintreffen als Enttäuschungen.
Die Grundannahme, dass Konstrukte sich ändern können, sich als falsch erweisen oder sich weiterentwickeln, gibt viel Ruhe ins Leben und einen stabilen Grundboden.
Im 2018 durfte ich in einem Sozialberatungszentrum eine Weiterbildung geben und habe dafür meine berufliche Grundhaltung formuliert.
Der Titel lautet: Es könnte immer auch anders sein
«Alles, was ich sehe, höre, lese, beobachte, erfahre, frage ist eine Facette von vielem, ist weder neutral noch objektiv.
Ich interpretiere alles aufgrund meines persönlichen und fachlichen Hintergrunds und meinen Grundüberzeugungen im Wissen darum, dass alles relativ ist, unter anderem abhängig vom Kontext, den Strukturen, den Zusammenhängen, und ich erkenne nur Deutungsmuster, die mir zugänglich sind.
Diagnostik und Problemlösung – meine Handlungen – sind längerandauernde, bewegliche Prozesse, die immer wieder eine Standortbestimmung oder Überprüfung von
- Diagnose
- Entscheid
- Problem
und/oder
- Behandlungsplan
- Lösungsplan
- Umsetzung des Entscheids
benötigen sowie gestützt werden sollten durch Zweit- und Drittmeinungen.»
Franziska Beer, 2018
27.12.2024
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