3. Oktober
#277

Agile Transformation: DAS SPIEL BLEIBT (= das Kind im Zentrum) - DIE SPIELREGELN WERDEN NEU VERHANDELT (= im Kreis).

Franziska Beer

Das habe ich mir zu Beginn des Transformationsprozesses von Hierarchie zu Soziokratie notiert und es war auch eines unserer Ziele: Kein Kind sollte etwas vom Prozess merken, es sei denn eine Verbesserung.

Heute benutze ich das Wort agil nicht mehr, auch nicht agil-soziokratisch. Zu beliebig, zu wenig theoriebasiert, zu wenig aussagekräftig ist der Begriff Agilität geworden. Meist wird er sogar missbräuchlich genutzt, um die Mitarbeitenden ‚von oben aus der Chefetage’ zu mehr Flexibilität anzuhalten.

Für mich würde es heissen, dass die Mitarbeitenden kreativ und innovativ unterwegs sein können und dies von ‚oben‘ ergebnisoffen gestützt ist. Ich nutze deshalb nur noch soziokratisch als Beschreibung für das, was wir auf der Fachstelle Kinderbetreuung tun.

Damit das Spiel bleibt, ist die Ausrichtung aufs Leitbild und damit auf das KIND fest verankert, zum Beispiel in der Vorbereitung eines Agendapunktes: Welche Leitsätze aus unserem Leitbild können zur Lösung einen Beitrag leisten?

Und auch im Alltag höre ich die Frage oft, was wäre denn das Beste für das konkrete Kind?

Aktuell brennt mir vor allem eine Frage unter den Nägeln:

Gelingt es auch, die weniger leistungsbereiten Menschen (meist männlich, das ist auffällig) ins Soziokratische zu integrieren?

Wir werden sehen, es ist ein Hauptfokus fürs 2025. Auch sie werden ihre Gründe haben für die zögerliche Integration in Soziokratie.

Siehe Nr. 27.

7.12.2024