1. September
#245

Macht ist wie Wasser: weder gut noch böse.

Ich habe das Buch von Anna Badora gelesen, VOM STÜRZEN UND WIEDERAUFSTEHEN. Geständnisse aus dem Frauengefängnis.

Anna Badora hat mit Insassinnen Kontakt aufgebaut und sich ihre Geschichten erzählen lassen.

Was mir bleibt: Opfer-Täter-Schemata sind schwierige Konstrukte, um diese Frauenbiografien zu fassen. Die meisten Frauen hatten tragische Kindheiten und schlimme Erfahrungen mit Männern als Erwachsene.

Streben nach Anerkennung durchzieht viele Biografien und ist oft Hintergrund oder Grundlage der Tat.

So gab es mehrfach die Aussage:

«Ich bin froh ins Gefängnis gekommen zu sein, hier bin ich frei geworden.»

Frei von Verstrickungen mit machtvollen Männern hiess dies meistens.

Was hilft? Mich beeindrucken der Tatausgleich und der Opfer-Täter-Dialog des Vereins Neustart aus Wien:
Es sind Programme zur aussergerichtlichen Einigung zwischen Täter und Opfer. Es wird der Schaden ausgeglichen und eine faire tragfähige Lösung erarbeitet. Insbesondere die Opfer erleben dies gut, da im Gerichtsprozesse nur die Täterseite gewichtet ist.

Siehe Nr. 271.

30.11.2024