27. Juni
#179

Es stirbt sich leichter, wenn du im Leben aufgeräumt hast.

Matthia Diener, Menzingen

Inzwischen gibt es fast schon ein neues Geschäftsmodell rund um die Vorbereitung des eigenen Todes:

  • Bestattungsinstitute bieten an, alles bereits zu Lebzeiten mit dir zu planen.
  • Es gibt Workshops und Anleitungen, den Nachruf selbst zu schreiben oder zumindest den Lebenslauf.
  • Bei einer Töpferin und Künstlerin kann man seine eigene Urne töpfern.
  • Es gibt Beratungen, wie man seinen digitalen Nachlass regeln kann.
  • Auch wird geholfen, die eigene Todesanzeige zu schreiben bis natürlich auch Sterbehilfe beizuziehen.
  • Das Neuste von dieser Woche ist eternalecho, sie erstellen Videoporträts mit deinen Erinnerungen, halten fest, was du deinen Nachkommen / der Welt hinterlassen möchtest.

Wie das alles aus Sicht der Nachwelt ist, weiss ich nicht. Ich denke, dass es zum Aufräumen des eigenen Lebens helfen kann.

Und ich verstehe auch Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, wenn er über die Erfindung des Tonbands schreibt:

«Aber ich mag nicht, was es (das Tonband) mit den Worten macht…das Einfrieren des gesprochenen Wortes…jede Belanglosigkeit …die Maschine, sie zerstört die Freiheit des Vergessens.» 

Siehe auch Nr. 47, 180.

10.11.2024