20. Mai
#141

Entscheiden heisst immer eine Auswahl treffen. Entscheiden macht den Dissens, das Nicht-Gewählte sichtbar.

Vor vielen Jahren hat das Stapferhaus eine Ausstellung zum Thema ENTSCHEIDEN gemacht. Ein Beispiel aus der Ausstellung von damals benutze ich bis heute:

Wenn wir sechs Pralinensorten zur Auswahl haben, ist die Chance gross, dass wir zwei bis drei Sorten kaufen, also etwa die Hälfte der Auswahl.

Wenn man uns aber 20 Sorten zum Degustieren gibt und nicht nur sechs, kaufen wir in der Regel gar nichts.

Die Auswahl ist zu gross, das Gefühl, 90% der Auswahl nicht zu kaufen, ist wenig beflügelnd. Die Masse des Nicht-Gewählten ist im Verhältnis zur Anzahl unserer Möglichkeiten zu gross. Und damit der Frust oder das fehlende Glücksgefühl.

Bei sechs Sorten ist die Balance zufriedenstellend und macht uns glücklich.

Auch das Tetralemma (siehe Nr. 5) beschäftigt sich mit dem Nicht-Gewählten und dessen Kraft, die man ins Gewählte integriert. Und die Soziokratie macht dasselbe mit der Integration von schwerwiegenden Einwänden.

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30.10.2024