18. Mai
#139

Aufhören soll ein Prozess sein.

Habe einen Podcast mit Elke Heidenreich über ihr neues Buch ALTERN gehört. Der obige Satz bezieht sie auf die Pensionierung: Da stimme ich sehr zu. Von einem Tag auf den anderen aus dem Erwerbsleben auszusteigen, tut kaum jemandem gut – so meine Beobachtung. Erschreckt hat mich vor Jahren auch, dass die Zahl der Ersterkrankungen an Alkoholismus, in der Altersgruppe 65-70 am höchsten ist. Vor allem bei den Männern.

Wir haben in der Schweiz mit der AHV* etwas Gutes geschaffen, aber die Zweiteilung in Erwerbsleben bis 65 Jahre und danach volle Freiheit hat definitiv auch schädliche Nebenwirkungen.

Die meisten Menschen wollen und brauchen ein WOZU, auch nach der Pensionierung. Noch etwas bewirken, bewegen können, noch für etwas da sein, einen Sinn im Leben sehen, einen Sinn, der damit zusammenhängt, etwas in oder für die Gesellschaft zu tun.

Ein Soziologe meinte mal, es würde uns besser tun, alle 10 Jahre ein Jahr bezahlten Urlaub zu haben, dafür bis 79 (oder mehr) zu arbeiten. Das glaube ich auch.

«Ich kann mich im Alter besser leiden als früher.»               Elke Heidenreich

27.10.2024

*Altersrente in der Schweiz, Anspruchsberechtigung für alle ab 65 Jahren