29. Februar
#60

Jeder Konsent ist ein Schritt Richtung Frieden und ein Schritt weg von Krieg.

Franziska Beer

Ich war im 2024 als Soziokratie-Erfahrungsexpertin an einen Workshop eingeladen. Die Teilnehmenden erprobten im Rollenspiel das Konsentverfahren.

Beispiel war eine Wohnbaugenossenschaft, bei der ein Parkplatz neu zu vergeben war. Die Frage war, an wen, für was, wer bezahlt?

Die Ideen der Workshop-Teilnehmenden waren zahlreich. Während die Teilnehmenden erprobten, wurde mir dieser Titelsatz bewusst.

Auch wenn die Teilnehmenden des Workshops im Rollenspiel nur einen kleinen Schritt vorwärtskamen und darüber etwas enttäuscht waren, gelang es, einen etwas provokativen, egoistischen Teilnehmer einzubinden. Auch er gab am Schluss seinen Konsent für den nächsten kleinen Schritt. Denn eigentlich wollte er den Parkplatz für sich allein...

Ich lernte zudem an diesem Treffen: Konsent als Rollenspiel, losgelöst vom soziokratischen System mit Grundsätzen, Visionen, Grundhaltungen, auf die man sich im Voraus geeinigt hat, macht wenig Sinn.

Das Rollenspiel zeigte den Teilnehmenden nicht wirklich das Potential von Soziokratie, ja, das Rollenspiel respektive sein Ergebnis kann sogar abschreckend wirken.

30.8.2024