26. Februar
#57

Das, was zwischen den Linien ist, ist manchmal genauso wichtig wie die Linie selbst.

Gego

In Hamburg war ich vor vielen Jahren an der Ausstellung von Gego.

Ihr Leben war die Linie. Ihr ganzes Kunstwerk bestand aus Linien.

Eindrücklich, was entsteht, wenn frau sich auf etwas konzentriert und dies ein Leben lang zeichnet.

Wie Pierre Soulages, der ein Leben lang nur mit schwarzer Farbe gemalt hat. Auch seine Ausstellung in Paris hat mich tief beeindruckt. Linie ist nicht gleich Linie, schwarz ist nicht gleich schwarz.

Der Architekt Christophe Scheidegger hat dies ähnlich gesehen: Zuerst gross denken, dann fokussieren, damit Räume dazwischen entstehen können.

Dr. Kirchhofer, Psychiater, sah eine Notwendigkeit, dass wir uns ab und zu im Zwischenraum bewegen, einen Moment aus der Rolle fallen, uns verlieren, aus der Fassung geraten, um uns danach wieder finden zu können.

Siehe Nr. 162, 234.

25.8.2024