9. Februar
#40

wrongful life: Gibt es ein Recht, nicht geboren zu werden?

Eine erwachsene, schwerbehinderte Frau hat ihre Eltern eingeklagt. Sie hätten die Vorsorgeuntersuchungen unterlassen (oder bewusst in Kauf genommen, ein behindertes Kind zu gebären, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher).

Sie hätten – gemäss Ansicht der behinderten Frau – eine Abtreibung machen müssen. Ein solches Leben, wie sie es nun führen müsse – wegen ihren Eltern – sei kein lebenswertes Leben, ein wrongful life.

Wie der Gerichtsprozesse ausging, weiss ich nicht mehr, aber dass die Beziehung Eltern-Tochter zerrüttet war, ist klar. Die Elternsicht war umgekehrt. Sie haben sich viele Jahre ‚aufgeopfert‘, haben sich liebevoll um die Tochter gekümmert, auf vieles verzichten müssen.

Und jetzt: keine Dankbarkeit, sondern eine Anklage vor Gericht.

Zwei tiefe Grundüberzeugungen treffen aufeinander. Unversöhnlich, so scheint es.

20.7.2024