Das Exil teilt das Leben in zwei, von nun an unvereinbare Hälften: das VORHER und das NACHHER
Eine krasse Aussage von Exilianer:innen. Und doch ihre Realität: Wirklich Ankommen im neuen Land, so dass man sich fühlt wie im eigenen Land, wie vor dem Exil, sei unmöglich. Man bleibe nach Jahrzehnten noch eine Exilaner:in. Die Wurzelerfahrungen des Aufwachsens als Kind werden immer fehlen, die familiären Wurzeln werden auf immer im ursprünglichen Heimatland sein. Die Kindheitserinnerungen, welche viel von unserer Identität und unserem Zugehörigkeitsfühl ausmachen, sind nie mit dem Ankommensland verbunden.
Ob es wohl eine Rolle spielt, ob das Exil vollkommen frei gewählt ist oder aufgrund von Druck-/ Gefahrensituationen gewählt wurde? Vermutlich kaum.
«Wenn man von seinem eigenen Land fortgegangen ist, dann kommt man in keinem neuen Land mehr an.»
E.S. Özdamar, Ein von Schatten begrenzter Raum.
7.7.2024