Die Glocke: das Mass aller Dinge in China.
Den Satz habe ich an einer Führung in der Maihofkirche Luzern gehört.
Dort wurde eindrücklich geschildert, dass der durchgehende Glockenschlag über viele Jahrhunderte uns mit den früheren Generationen verbindet. Auch durch Kriegszeiten blieb er.
Und eben, in China wurde früher der Hohlraum der Glocke als Masseinheit für Getreide gebraucht, der Durchmesser der Glocke gab die Einheit für Längen. Und auch das Gewicht wurde so gemessen.
Jeder chinesische Kaiser hatte das Recht, eine neue Glocke nach eigenen Massstäben giessen zu lassen, die während seiner Regentschaft im gesamten Reich eingeführt wurde. Hui – das stelle ich mir anstrengend vor: bei jedem Machtwechsel wieder neue Masse!
«Glocken sind ein Sinnbild für Harmonie. Sie haben die Fähigkeit, durch ihr Geläut Himmel und Erde zu verbinden.»
Mir rauben sie allerdings manchmal die Nachtruhe. Insbesondere hohe Glockentöne ertrage ich schlecht. Schlafe nicht gerne neben Kirchtürmen, die nachts – wozu? – schlagen!
22.12.2024