22. November
#327

Wir alle haben Vorannahmen. Es ist nur die Frage, wie gehen wir mit diesen um, ohne Vorurteile zu bilden.

Podcast Soziopod 2017

Wie können wir damit umgehen?

In dem wir die Vorannahmen sehr vielfältig machen und sie in Hypothesen umwandeln, dann den Hypothesen nachgehen und daran denken, dass alle Hypothesen ein Ablaufdatum haben!

In der Soziokratie gehört bei Konsententscheiden das Festlegen eines Ablaufdatums (oder Überprüfungsdatum) fix zum Vorgehen.

Dies bewährt sich auch bei Hypothesen: Nicht auf eine allfällige Falsifikation warten, sondern aktiv die Hypothese überprüfen und gegebenenfalls mich von ihr verabschieden.

Hypothesen haben zwei Funktionen:

Eine Ordnungsfunktion, um Ordnung in unser Leben zu bringen – denn es gibt einen grossen Spielraum für Interpretationen und Handlungsmöglichkeiten. Eine Hypothese kann so eine Komplexitätsreduktion sein und dies hält uns handlungsfähig.

Als zweite Funktion können Hypothesen zu einer Komplexitätserweiterung helfen, denn Hypothesen regen uns an, aus unserem Denkmuster auszubrechen, da wir sie ja überprüfen können und sie nicht der Realität entsprechen müssen.

Echte Innovationen brechen mit der Vergangenheit, sie werfen bisher Gültiges über Bord und stellen letztlich altes Wissen in Frage.

Text in Anlehnung an Thommen, Spurwechsel.

Denn: Es gibt keine objektive Wahrheit.

Zusammenhänge sind keine gegebenen Tatsachen – sie sind relativ.

Siehe Nr. 3.

Podcast Soziopod Umgang mit Vorurteilen im demokratischen Diskurs, 2017

20.12.2024