Die Scham muss die Seite wechseln. Von einem Opfer zu den über 80 Tätern.
Ein beeindruckendes Statement in einem grauenvollen Prozess: Gisèle Pelicot wurde über zehn Jahre von ihrem Ehemann immer wieder betäubt und dann anderen Männern zur Vergewaltigung freigegeben, im eigenen Ehebett – und er hat alles gefilmt.
80 Männer aus allen Gesellschaftsschichten, über 50 waren vor Gericht. Gisèle Pelicot bestand darauf, dass alle Filme gezeigt wurden und der Prozess öffentlich war, der Richter wollte dies ursprünglich nicht.
Die Scham soll auf die Seite der Täter wechseln. Die Medien griffen teilweise sie an, es könne doch gar nicht sein, dass sie nichts gemerkt habe, oder sie habe gar mitgewirkt.
Ihr gelang es zu zeigen, dass alle Männer zu solcher Brutalität fähig und bereit sind, das (fast) alle Männer Frauen als untertan, als ihr ‚Eigentum‘ behandeln möchten. Eine starke, mutige Frau.
Siehe Nr. 108.
30.11.2024