18. August
#231

Wer nicht sucht, der findet.

Geht um das Prinzip der Serendipität, siehe Nr. 11, finden tut vor allem der vorbereitete Geist.

Bekannte Beispiele für Zufallsbefunde sind: Röntgenstrahlen, Penicillin, Viagra, Sekunden-Kleber, Post-in, Teflon, Linoleum, Nylon-Strümpfe, Cornflakes.

„Man findet, wonach man nicht gesucht hat.“

Diese Äusserung erfolgte bei einer Führung im Sitterwerk St. Gallen, einer Kunstgiesserei. Und zwar in Bezug auf ihre Bibliothek, die ihnen von einem Stifter geschenkt wurde. Die Bibliothek ist riesengross und sie haben ein interessantes, lernendes Suchsystem. Einerseits hat jedes Buch einen Chip und ein kleiner Roboter findet so jedes Buch, egal, wo das Buch steht. Andererseits speichert das System die Suchen einer Person zum Beispiel zum Thema Blaue Reiter: Nachkommende Personen erhalten dann den Hinweis auf diese Bücher, wenn sie nach Blaue Reiter suchen. Und wenn ich ein von mir gesuchtes Buch mit Hilfe des Roboters rausziehe, habe ich Zufallsbefunde, in dem ich mich von den danebenstehenden Büchern inspirieren lasse!

„Eine solche dynamische Aufstellung ermöglicht sogenannte serendipische Entdeckungen, das heisst, man findet, wonach man nicht gesucht hat.“             

Marina Schütz, Archive der Zukunft.

24.11.2024