Repariere nicht, was nicht kaputt ist.
Der Satz stammt vermutlich aus dem Buch ‚Einfach leben – Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil, Lina Jachmann‘ (Nr. 45, 143, 146, 147).
Tönt einleuchtend. So ganz auf der praktisch-materiellen Seite. Geschieht aber offenbar mehr als gedacht.
Auf der übertragenen Seite finde ich es interessant, zum Beispiel auf Führung übertragen:
Menschen, die ganz sind (was sie ja immer sind), nicht in eine andere Richtung zwingen – den Menschen so nehmen, wie er ist. Das heisst nicht, dass keine Kritik bei mangelnder Leistung erfolgen darf.
Der Mensch ist nicht das Gleiche wie das Verhalten des Menschen.
Ein Satz, den ich von unserer Familienarbeit gelernt habe:
Ich kann das Verhalten als nicht ok beurteilen, aber den Menschen verurteile ich deswegen nicht. In der konkreten Anwendung wohl anspruchsvoll, aber das Beste ist, dies auch so zu deklarieren:
Person und Handlung trennen.
«Das Menschsein der anderen akzeptieren und gleichzeitig gegen das Unrecht protestieren.»
Martha Nussbaum, Angst
Nachtrag: Der Titelsatz stammt nicht aus dem Minimalismusbuch!
«Was nicht kaputt ist, muss man auch nicht reparieren.» Dominik Godat, Lösungen auf der Spur. Wirkungsvoll führen dank Lösungsfokus.
Godats Beobachtung ist, dass man in Unternehmen funktionierende Strukturen oft mit Umstrukturierungen zerstört. Und dass Raupen mit Gewalt zu Schmetterlingen gemacht werden sollen, z.b. durch Flugstunden.
22.11.2024