2. Juli
#184

Was wäre, wenn Jerry gar nicht existierte, bloss ein Phantombild der armen Katze Tom wäre, die nicht an der Maus, sondern eigentlich an sich selbst leidet?

Gabriela Vanga, Ausstellung Art of failure, 2007

Der Satz bezieht sich auf ein Bild an der Ausstellung. Es zeigt Tom und Jerry, Jerry ist jedoch wegradiert.

Tom und Jerry ist eine Zeichentrickfilmserie, die meisten Folgen handeln vom Versuch des Katers Tom, den Mäuserich Jerry zu fangen, es gibt viele Verfolgungsjagden und Zweikämpfe, meistens hat Jerry die Oberhand.

Die Idee gefiel mir, dass Jerry etwas Selbstgemachtes von Tom ist, Tom sich von Lebensumständen instrumentalisieren lässt und eben gar nicht selbstwirksam lebt (Nr. 178).

Die Fixierung auf das Aussen, den vermeintlichen Feind oder die vermeintliche Beute führt dazu, dass es Tom immer schlechter geht und er hungrig ist und hungrig bleibt, da er kein Auge hat für alles, was da sonst noch auf der Welt ist. Ja, er leidet an sich selbst, da er nicht auf der Suche seines Lebenssinns ist, nicht selbstwirksam lebt, sondern eigentlich sich immer vom Phantom Jerry fernsteuern lässt.

12.11.2024