Nachgeben heisst ganz bleiben.
Nachgeben heisst Aussteigen aus dem Kampf-Modus, welcher nur Siegende und Verlierende kennt.
Beide, sowohl Siegende wie Verlierende, sind nach dem Kampf beschädigt. Sei es in ihrer Würde, im Verlust von Menschen, Gütern, im Ausleben von schlimmen Handlungen wie im Krieg (Töten, Vergewaltigungen, etc.), das bleibt haften, auch wenn ich später zu den Siegenden gehöre.
Passt auch zur heutigen Fortbildung der Fachstelle Kinderbetreuung zum demokratischen Erziehungsstil von Andrea Pini:
«Wenn du aufs Macht-Gigampfi aufsteigst, hast du verloren.»
Für sie ist klar: Als Erziehende sollen wir immer den Ausstieg aus dem Machtkampf wählen – bei gleichzeitigem Beziehungsaufbau.
«Ein Kind, das sich auffällig benimmt, ist emotional aus dem Gleichgewicht.»
Das Kind fühlt sich nicht mehr der (Familien)-Gemeinschaft zugehörig und es geht darum, das Kind wieder zu integrieren, DAZU GEHÖREN ist das Wichtigste. Mit Präsenz, Freundlichkeit, nicht nach Gründen des Verhaltens fragen, etc. helfen wir dem Kind zurück in die Zugehörigkeit:
«Integration ist eine Haltung.»
Nichtigkeit des Strebens:
«Nachgeben, heisst ganz bleiben. Gebeugt sein, heisst gerade werden. Hohl sein, heisst voll werden. Zerfetzt sein, heisst erneuert werden. Bedürfen heisst besitzen. Überfluss haben, heisst verwirrt werden. Nachgeben heisst ganz bleiben.»
Laotse, 22. Kapitel
9.11.2024