FRANK, der Mann, der zu verschwinden hilft.
Vor Jahren habe ich eine Reportage über Frank gelesen. Er hat viel Geld damit verdient, dass er anderen Menschen beim Verschwinden geholfen hat, ihnen eine neue Identität, einen neuen Lebensort beschafft hat.
Irgendwann hat er die Seite gewechselt: Heute hilft er Menschen beim Suchen einer vermissten Person. Zu seinem Seitenwechsel meinte er: Beim Verschwinden helfen sei fast immer eine dunkle, kriminelle, ungute Energie drin gewesen in den Geschichten der Menschen. Dies habe er mit der Zeit nicht mehr mittragen wollen, auch wenn er die Geschichten und Gründe des Verschwinden wollens oft gar nicht kannte.
Auf der Seite des Suchen-Helfens erlebe er sehr viel Positives, Berührendes, Nährendes, Sinngebendes – auch wenn er nun einiges weniger verdiene, habe sich der Wechsel gelohnt.
Und: Seth Price, How to disappear in America. Er beschreibt, wie man seine eigenen Spuren fortlaufend verwischen oder sie gar nicht erst entstehen lassen kann. Ein extrem aufwändiges Leben!
Nachtrag: Ich habe später den Artikel über Frank wiedergefunden. Es war genau umgekehrt! Zuerst war Frank Skip tracer und suchte Leute – dann wechselte er die Seite und half beim Verschwinden :-)
Wie war das nun schon mal? Erinnerung wird immer nachträglich geformt… siehe Nr. 181, 191, 252.
10.7.2024